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Ein halbes Jahr nach Gründung: Lessons Learned (Teil 2)

Produktentwicklung & Kundenkontakte

Wer ein Start-up mit IT-Schwerpunkt gründet, kennt das „Henne-Ei-Problem“: Man kann im Stillen erst ein geniales Produkt entwickeln (und hat dann vielleicht an Kundenbedürfnissen vorbeientwickelt). Oder man kann früh mit Kunden sprechen (und kann ohne Produkt nur schwer Kunden von seinen Fähigkeiten überzeugen bzw. kann schlecht beurteilen, wie spezifisch die bei den ersten Interessenten erkannten Kundenbedürfnisse sind). pixolus hat eine Mischstrategie gewählt: Wir haben zunächst viel recherchiert, technische Überlegungen angestellt und einen ersten Prototyp erstellt, um bei ersten Kontakten etwas vorzeigen und die richtigen Fragen stellen zu können. Uns war und ist es aber wichtig, Lösungen für konkrete Kundenprobleme zu entwickeln. Daher haben wir sehr früh Termine gemacht und Interessenten besucht.

Ein wichtiger Meilenstein für uns war unser eigener Messestand auf der CeBIT. Schon im Vorfeld haben wir Pressemitteilungen und Flyer entwickelt, die wir natürlich über die CeBIT hinaus nutzen. Es war für uns eine wichtige Erfahrung, mit dem gesamten Team auf der CeBIT eine komplette Woche im Kundenkontakt zu stehen, unsere Anwendung zu erklären und uns den Fragen von Besuchern zu stellen. Nun wissen wir, dass Stromzähler weltweit ziemlich ähnlich aussehen und wir mit unserer App einen internationalen Kundenkreis ansprechen können. Wir haben etwa 250 Kontakte von der CeBIT mitgenommen und es wurde höchste Zeit, uns ein CRM-System anzuschaffen. Das Tool „Highrise“ erleichtert uns seit März den Arbeitsalltag.

 

Theorie & Praxis

Wir sind unternehmerisch tätig – für pixolus stehen die Kundengewinnung und wirtschaftlicher Erfolg im Vordergrund. Da wir in einem innovativen Bereich mit vielen technischen Fortschritten tätig sind und selbst einen wissenschaftlichen Hintergrund haben, wollen wir natürlich an diesen Entwicklungen „nah dran bleiben“ und einen guten Kontakt in die Wissenschaft halten. Daher haben wir einen wissenschaftlichen Beirat gegründet (u.a. mit unseren Doktorvätern), betreuen einen BWL-Studenten bei seiner Bachelorarbeit (vielen Dank an Marcel Berendt für seine Rechercheergebnisse!) und haben „mal eben“ unsere Erfassungstechnik auf die von Wissenschaftlern der Fakultät Elektrotechnik der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) entwickelte Datenbrille portiert.

 

Finanzen & Unternehmertum

Wir haben das große Glück, dass bei pixolus alle Mitarbeiter zugleich auch Gesellschafter sind und aufgrund ihrer Ersparnisse mit niedrigen Gehältern auskommen. Außerdem erhalten wir Fördermittel aus dem Exist-Gründerstipendium und erzielen Einnahmen durch erste Kundenaufträge. Bisher kommen wir ohne Investoren oder Kredite aus und genießen unsere Unabhängigkeit. Aber natürlich planen wir verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Finanzierungsmodellen.

Wir gründen alle unser erstes Unternehmen. Und bisher haben wir Freude daran, dass etwas Neues entsteht und wir erste Erfolge haben – wir arbeiten hart daran, dass weitere folgen.

 

Anwendungen & Branchen

Für Bilderkennungslösungen per Smartphone-Kamera gibt es ganz unterschiedliche Anwendungsbereiche in vielen Branchen und zwar sowohl B2B als auch B2C – angefangen von Energie über den Handel und Banken, Logistik, Medizin und andere Branchen bis hin zur Entwicklung einer Vorlese-App für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit. Diese Anwendungsbreite und -tiefe verbunden mit der starken Verbreitung von Smartphones mit leistungsfähigen Kameras gibt uns die Gewissheit, dass wir mit unserem Ansatz „Datenerfassung per Smartphone-Kamera“ riesige Märkte erschließen können.

So schön diese Vielfalt ist, so schwer ist es uns gefallen, eine Fokussierung vorzunehmen, denn natürlich können wir nicht für alle Bilderkennungsfragen zur gleichen Zeit Lösungen erarbeiten – eigentlich ein Luxusproblem!

Veröffentlicht am 27. Juni 2014 in Allgemein, pixolus

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Autor:

Stefan Krausz