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Mobil mit Datenbrille

Das Ziel von pixolus ist ja die mobile visuelle Datenerfassung — auch wenn auf der Startseite noch steht „Nutzer benötigen nur ihr Smartphone und unsere Bilderkennungssoftware, um Inhalte von Fotos zu erfassen“, kann man den Gedanken weiter führen und „Smartphone“ durch ein „beliebiges mobiles Gerät mit Kamera“ ersetzen. Eine Idee, die wir schon sehr früh hatten, war unsere Software auf die Google Glass zu bringen. Jedoch verfügt diese nur über ein vergleichsweise kleines, im peripheren Sichtfeld befindliches Display und derzeit nicht über ausreichend Akku-Kapazität um z.B. über einen Tag hinweg Daten zu erfassen, so dass wir diese Idee vorerst auf Eis gelegt hatten.

Dabei ist das Szenario sehr interessant: Der Stromableser wird mit einer Datenbrille ausgerüstet. Diese überlagert sein Sichtfeld mit relevanten Informationen (Zauberwort „augmented reality“), z.B. die Adresse des Hauses mit dem nächsten abzulesenden Zähler sowie den Weg dorthin. Im Haus wird dann die Identifikationsnummer des abzulesenden Zählers angezeigt. Sobald der Zähler gefunden ist, scannt die Brille mit Hilfe unserer Software die Zählernummer, verifiziert, dass es der erwartete Zähler ist und liest den aktuellen Stand aus. Dieser wird dem Ableser zur Kontrolle angezeigt oder vorgelesen und bei Bestätigung (z.B. durch „Daumen hoch“ im Kamerasichtfeld oder ein gesprochenes „Ok“) gespeichert oder direkt zum Energieversorger übertragen. Dies reduziert die Fehlerwahrscheinlichkeit, da der Ableser nicht mehr derjenige ist, der Fehler machen kann (Zahlendreher und -doppler), sondern nun derjenige ist, der die Eingabe kontrolliert.

Ein anderes Szenario ist der Zählertausch: Dabei wird der Monteur ebenfalls mit einer Datenbrille ausgerüstet. Auch hier hilft ihm die Technik, den richtigen Zähler zu finden, dabei kann der letzte Stand des alten Zählers direkt mit erfasst und (fotografisch) dokumentiert werden. Der Monteur hat dabei die ganze Zeit die Hände frei, um seiner eigentlichen Arbeit nachzugehen. Sobald der neue Zähler eingebaut ist, kann auch hier die Zählernummer sowie der aktuelle Zählerstand (im Allgemeinen 0,0) festgehalten werden.

Demo unserer Erkennungssoftware auf der Datenbrille Auf der CeBIT haben wir Prof. Rigo Herold von der Westsächsischen Hochschule Zwickau kennen gelernt, der gerade eine eigene Datenbrille entwickelt. Also haben wir kurzerhand unsere Erkennungssoftware für seine Datenbrille portiert. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: auf der Sächsischen Industrie- und Technologiemesse in Chemnitz wurde die Datenbrille mit unserer Erfassungstechnik vom 14.5. bis zum 16.5 präsentiert. Auch in der Presse gibt es ein positives Echo auf diese Entwicklung, z.B. hier bei ingenieur.de und auch in der aktuellen iX 06/2014 auf Seite 29.

Veröffentlicht am 5. Juni 2014 in pixolus

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Autor:

Marco Lierfeld