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Vorschlag vom Bundesagrarminister: Gen-Food per Handy erkennen

Anfang des Jahres machte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) mit seinem Vorschlag gentechnischveränderte Lebensmittel (Anteil > 0,9%) per Handyscan zu ermitteln von sich reden (u.a. DIE ZEIT bloggte dazu). Diese Idee steht im Zusammenhang mit der heftigen Diskussion über den Import genmanipulierter Lebensmittel aus Amerika im Zuge des verhandelten TTIP-Abkommens.

Ein großer Streitpunkt ist dabei die Kennzeichnung gentechnischveränderter Organismen (GVO); Die Lebensmittellobby möchte keine Kennzeichnung, Verbrauchervertreter hingegen schon. Bisher müssen gentechnisch veränderte Produkte nicht gesondert ausgewiesen werden. Dies geschieht auf freiwilliger Basis – zum Beispiel unter Verwendung des Siegels „ohne Gentechnik“ des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG). Dieses seit 2008 bestehende Siegel tragen derzeit knapp 1.200 Produkte.

Scannen per Handy statt Gen-Siegel?

Schmidts Idee: Verbraucher sollen Produkte selbst per Handy-App scannen können, um zu erfahren, ob das jeweilige Lebensmittel gentechnischmodifizierte  Bestandteile beinhaltet. Man muss dazu sagen, dass dies kein offizieller Vorschlag ist, sondern im informellen Austausch mit seinem US-amerikanischen Kollegen Tom Vilsack aufgekommen ist.

Die Idee, mehr über Lebensmittel und deren Zusammensetzung zu erfahren, ist nicht neu. Seit längerem gibt es Apps, mit denen sich der Strichcode (EAN) über die Smartphone-Kamera erfassen lässt, um detaillierte Angaben zum Produkt zu erhalten. Eine solche Anwendung bietet beispielsweise der App-Spezialist barcoo. Neben dem Angebot von barcoo gibt es weitere Anlaufstellen im Internet, um mehr über die Herkunft und Zusammensetzung von Lebensmitteln zu erfahren – zum Beispiel das Webangebot www.was-steht-auf-dem-ei.de, wo man durch Eingabe der Herkunftsnummer (sog. Eierkennzeichnung)  erfahren kann, aus welcher Haltungsart das Frühstücksei stammt.

Technisch realisierbar wäre heute eine Weiterentwicklung gegebener mobiler Lösungen: Alternativ zum Barcode ließen sich einerseits die kodifizierte Herstellerangabe auf der Lebensmittelverpackung scannen. Anderseits könnten spezifische Codes und Siegel auf der Produktverpackung erkannt werden. Gleiches gälte beispielsweise eben auch für den Kennzeichnungs-Code auf Eiern. Eine Software zur mobilen Erfassung von Texten und Bildelementen/Grafiken per Smartphone-Kamera haben wir als pixolus entwickelt. Diese Technik kann anwenderfreundlich (schnell, intuitiv, zuverlässig) umgesetzt werden und ist kompatibel mit gängigen Smartphone-Betriebssystemen.

Eins noch – wenn wir schon beim Landwirtschaftsministerium sind: Schmidts Vorgängerin Ilse Aigner, hat da vor einem Jahr die Initiative „Zu gut für die Tonne“ auf den Weg bringen lassen. Lange Ratschläge zu Einkaufsverhalten und Lebensmittellagerung auf der Website sind ja schön und gut. Doch den Menschen eine praktikable technische Lösung in die Hand zu geben (im wahrsten Wortsinne!) wäre besser. Diesbezüglich ließe sich die Idee des Lebensmittel-Scans weiterdenken – z.B. als App, die das Mindesthaltbarkeitsdatum scannt und speichert, um rechtzeitig vor dessen Ablauf zu warnen. pixolus könnte seine Expertise und eine dazu geeignete Software-Komponente beisteuern. Ein App, die ansatzweise in diese Richtung geht, gibt es bereits von FoodLoop, einem anderen, ebenfalls mehrfach ausgezeichneten Kölner Start-up. (ok)

Veröffentlicht am 16. Januar 2015 in Allgemein

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Autor:

NN